Heuschrecken
Beschreibung, Biologie:
Größe und Farbe dieser Tiere ist jeweils von der Temperatur und dem Nahrungsspektrum abhängig, so dass man Sie nur schwer beschreiben kann. Abwechslungsreiches Futter sowie hohe Wärme verwandeln ein Dunkelbraun in ein Hellbraun oder ein ockerfarbenes Tier in ein leuchtend gelbes. Die schlüpfenden Larven sind glasig bis weiß. Die Männchen aller Wanderheuschrecken sind ca. 1-2 cm kleiner als die Weibchen. Mit zunehmendem Alter wechseln sie Ihre Farbprächtigkeit und stumpfen etwas ab. Zur Eiablage bohren die Weibchen Ihr Hinterteil 8-12 cm tief in den Boden. Die Eier werden in Zweierreihen senkrecht oder waagrecht in ein schaumiges Sekret eingebettet. Die Eiersäule enthält bis zu 80 Eier. Das Sekret an den Eiern erhärtet und schützt vor Austrocknung. Im Laufe Ihres bis zu 60 Tage alten Lebens legt ein Weibchen bis zu 16 solcher Eisäulen ab.
Entwicklungszeiten:
Hier die uns bekannten Zeiten. Locusta migratoria: Die Ägyptische Wanderheuschrecke gilt wegen Ihrer problemlosen Zucht und der raschen Entwicklungszeit als die am häufigsten gezüchtete Art. Bei einer Tagestemperatur von 30°C-35°C und einer nächtlichen Abkühlung auf etwa 20° schlüpfen die Larven nach ca. 12-18 Tagen aus den Eiersäulen. Die Larven sind nach 22-25 Tagen ausgewachsen. Frisch geschlüpfte Jungtiere sind 8-10 mm Lang. Vier Tage nach der letzten Häutung beginnen sich die Tiere zu Paaren und nach 4-6 Tagen legt das Weibchen bereits Eier ab. Ein Gelege enthält bis zu 30 Eiern. Somit erfolgt eine Generationsnachzucht nach 5-8 Wochen. Bei guter Haltung und optimaler Nahrung werden die Tiere bis zu 8 Wochen alt. Ein Weibchen kann also in Ihrem Leben 11-13 Gelege “abstechen“ und damit zwischen 350 und 500 Nachkommen produzieren. Die Entwicklungszeit der Tiere kann merklich beschleunigt werden, wenn man die Temperatur im Zuchtgefäß konstant auf 30°C-35°C beihält. Dann muss allerdings auch das Licht anbleiben damit die Aktivität nicht eingestellt wird. Schistocerca gregaria: Bei der Wüstenheuschrecke kommt man nicht um eine Nachtabsenkung der Temperatur herum, welche im optimalen Fall 15°C betragen sollte. Am Tag benötigen sie dagegen viel Wärme 35°C-42°C. Bei diesen Temperaturen beträgt die gesamte Entwicklungszeit der Heuschreckenart 9-11 Wochen. Die Tiere schlüpfen nach ca. 18 Tagen und brauchen 30-40 Tage bis sie sich das letzte mal häuten und dann Geschlechtsreif werden. Die Eiablage beginnt 6-8 Tage nach der Paarung, dann legt das Weibchen zwischen 60 und 80 Eier. Ein weibliches Tier legt im Leben 6-12 Gelege ab. Schistocerca paranensis: Diese Heuschrecke liebt es nicht so warm! Am besten eignet sich hier eine Temperatur zwischen 26°C und 30°C. Ansonsten haben die Tiere die gleichen Entwicklungszeiten und Nachkommen wie die Wüstenheuschrecken.
Zucht:
Für eine erfolgreiche Zucht braucht man ca. 100 adulte Tiere und zwei Gefäße mit den Mindestmaßen von 100x50x50 (LxBxH). Hierfür eignen sich ausgediente Glasterrarien oder auch selbst gebaute Zuchtgefäße. Wichtig ist darauf zu achten, dass großflächige Belüftungsmöglichkeiten vorhanden sind. In jedes Zuchtgefäß muss eine Beleuchtung installiert werden um die richtige Wärme zu erreichen. Außerdem brauchen sie das Licht auch noch für ihre Entwicklung. Eine Spezielle Birne ist nicht nötig. Es genügt ein normaler Spott der aber mindestens 60 Watt haben sollte. Einrichten sollte man das Gefäß mit reichlich Klettermöglichkeiten und einem Wasserschwamm. Auf der Bodenfläche eignen sich Zeitungen, da Heuschrecken verhältnismäßig viel abkoten. Die Grundnahrung aller Heuschrecken sind Gräser und Keimlinge. Deshalb sollte man parallel zur Futtertierzucht auch Weizenkeimlinge ziehen. Dies ist sicherlich nicht sonderlich schwer deswegen möchte ich auch hierzu keine weiteren Angaben machen. Das Terrarium sollte mindestens 28° haben. Direkt im Spottspektrum soll es mehr sein( bis zu 40°). Auf den Boden stellt man mehrere Ablagegefäße für die Eier. Diese sind mit einer Mischung aus ungedüngter Blumenerde oder Torf und Sand gefüllt und werden immer mäßig feucht gehalten. Achtung: bei zu feuchten oder zu trockenen Legebehältern sterben die Eier ab.
Alle 5-8 Tage nimmt man die Schalen zur Inkubation heraus. In der Schlüpfphase stellt man die Legeschalen in das zweite Becken. Hier wird der Boden teilweise mit Weizenschrot bedeckt, das den Jungtieren als Futter dient. Dazu sollte man unbedingt Keimlinge aber auch Gräser oder Blätter geben. Die Tiere häuten sich mehrere male bis sie dann nach 4 – 5 Wochen geschlechtsreif sind und zur Zucht heran gezogen werden können. Wichtig ist auch, dass genügend Reibeflächen für die Häutung vorhanden sind, da sie sich sonst auffressen.
Nahrung
Die Heuschrecken ernähren wir mit Weizenkleie, Presslinge aller Art und Haferflocken. Hinzu kommen noch Weizenkeime, altes Brot, geriebene Karotten, Salat, Blätter aller Art usw. Ziersträucher wie Flieder, Goldregen, Kirschlorbeer und Holunder enthalten giftige Stoffe und dürfen nicht verfüttert werden.
Tipps von uns:
Als Ablagebehälter eignet sich nichts besser als Heimchendosen.
Wenn man sich Zuchtbehälter baut sollte man ein mäßig grobmaschiges Gitter am Boden anbringen. Im günstigsten Fall ein Schieber unter das Gitter bauen
( Prinzip Vogelkäfig). So kann man es sehr leicht sauber halten.
Anleitung für jeden der meint er müsste selbst Heuschrecken züchten!
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